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Bergdorf

GPS: 49°49'17.699"N 17°42'52.740"E - Karte


ZÁLUŽNÉ – MORADORF

Eine Gemeinde im Flusstal des Flusses Moravice, heute ein Ortsteil von Vítkov. Die Kolonie - auf Deutsch Moradorf - wurde im Jahr 1785 auf den Grundstücken des parzellierten Hofs namens „Saluschen“ gegründet. Ursprünglich war dies eine Ortschaft mit Waldarbeitern. Nach zehn Jahren - im Jahr 1795, gab es hier 20 Hausnummern, davon war von 7 Hausbesitzern der ursprünglich slawische Name auf Deutsch geschrieben (Czernin, Michalke, Onderka, Piatke, Pollak, Gapsa, Smettan).   Bei 15 Besitzern hat es sich um Analphabeten gehandelt.

Im Jahr 1835 befanden sich in der Gemeinde am linken Flussufer des Flusses Moravice 21 Häuser. Die Mühle sowie zwei weitere Häuser nahe dem heutigen Erholungszentrum "U brodu" (Zur Furt) befanden sich auf dem gegenüberliegenden Ufer.  Die sechs Häuser, welche getrennt stehen (das sog. "Horní Zálužné") waren in die Pfarrei Melč eingegliedert und die 15 anderen Häuser gehörten zur Kirchenverwaltung in Nové Těchanovice. Seinerzeit lebten hier 128 deutsch sprechende Bewohner. Die Bewohner der drei Häuser am rechten Flussufer schickten ihre Kinder in Staré Těchanovice zur Schule, die anderen Kinder wurden vom Lehrer in Nové Těchanovice unterrichtet.   Auf den Grundstücken der hiesigen Mühle wurde bereits seinerzeit ein Steinbruch für Schiefer zum Dachdecken eröffnet.  Am Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich die hiesige Einwohnerzahl auf 175 erhöht. Im Zeitraum zwischen den beiden Weltkriegen konnte sich die Gemeinde dank der Nähe zum Kurort Janské Koupele zu einem begehrten Ort für Erholungsaufenthalte entwickeln.  Es entstanden hier einige Pensionen (Häuser Nr. 29, 32 oder 35) sowie viele Wochenendhäuser. Aber auch im hiesigen Gasthaus und Geschäft wurden Zimmer für Sommergäste eingerichtet.   Dadurch konnte sich die Gemeinde sehr erfolgreich entwickeln. Aus diesem Grund konnte sie hier im Jahr 1928 ein neues Schulgebäude errichten und im Jahr 1939 erhielt das hiesige Feuerwehrrettungskorps eine neue motorangetriebene Spritze. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zum fast kompletten Austausch der Bevölkerung und ab dem Ende der 60er Jahre begann die sukzessive Entvölkerung von Zálužné. Dafür begann man umso mehr, Bungalows und Wochenendhäuser zu Erholungszwecken zu errichten. Derzeit fungiert die Gemeinde mit nur 43 Bewohnern vor allem als individuelles Erholungszentrum. Es kreuzen sich hier einige markierte Wanderwege und auf dem Gebiet der Gemeinde gibt es mehrere Sommerlager für Kinder.

 

ZÁLUŽNÉ – BERGDORF

Während des 19. Jahrhunderts begann man in der hiesigen Umgebung mit der intensiven Förderung von Schiefer zum Dachdecken (des sog. blauen Schiefers von Moravice).  Dessen Förderung wurde vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ausgebaut. Somit entwickelte sich Zálužné von einer ursprünglich landwirtschaftlichen Ortschaft zu einem Bergdorf. Damit ging auch die Zunahme der Einwohneranzahl einher - allein in diesem Zeitraum erhöhte sie sich um 50 %.   Es kamen Bergmänner aus den böhmischen Ländern sowie auch aus Deutschland hierher. In den hiesigen Bergwerken waren im Jahr 1857 60 bis 90 Arbeiter beschäftigt.

Im Haus Nr. 11 befand sich im Zeitraum von 1866 bis 1870 der erste Firmensitz des Unternehmers Carl Weisshuhn – er war der Besitzer des Carl-Bergwerks sowie auch des Kurorts Janské Koupele. Mit der Verwaltung des Kurorts betraute er seinerzeit den hiesigen Bauern Adolf Smettan vom Bauernhof Nr. 15.

In der Gemeinde lebten Bergmänner, Landarbeiter und Waldarbeiter. Es gab hier eine Mühle, eine Walke, eine Schmiede, eine Zimmerei, eine Tischlerei, ein Geschäft sowie ein Gasthaus. Um den Transport der Schieferprodukte kümmerten sich die hiesigen Bauern mit ihren Pferdefuhrwerken. Die meisten der hiesigen Bergwerke waren bis zum Ersten Weltkrieg in Betrieb. Im Schieferbergwerk Nové Těchanovice - Lhotka, dem sog. Pollak-Stollen erfolgte die Förderung bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts.

Direkt in der Gemeinde sowie auch in der gesamten Umgebung, in den Wäldern und an den Flussufern des Flusses Moravice zeugen bis heute sichtbare Spuren von der Förderung dieses sehr gefragten Rohstoffs. Es sind hier zahlreiche Stollen zu sehen, bei denen es sich heute um wichtige Überwinterungsorte für viele Fledermausarten handelt, einschließlich der Halden mit dem nicht verwendeten geförderten Schiefer.

Diese haben sich im Lauf der Zeit zum natürlichen Bestandteil der hiesigen Kulturlandschaft entwickelt und verleihen dieser ihren typischen Charakter. Sie sind vor allem mit Birken und Kiefern bewachsen und man findet auf ihnen typische Vegetationsarten vor, welche die Trockenheit lieben.  Auf den Halden der verlassenen Schieferbergwerke sind Abdrucke von Pflanzen aus dem Paläozoikum sowie von Tieren aus der Kulmzeit zu finden.

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