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Berghäuser

GPS: 49°49'39.720"N 17°43'2.881"E - Karte

 

DIE BERGBEVÖLKERUNG

Durch die sich entwickelnde Schieferförderung hat sich auch auf wesentliche Weise die Beschäftigungsstruktur der hiesigen Bewohner geändert.   Aus den Landwirten und Holzarbeitern wurden sukzessive Bergmänner und Arbeiter, von welchen das geförderte Material an der Oberfläche gespalten und geschnitten wurde. Die Besitzer der umliegenden Höfe kümmerten sich dann mit ihren Pferdefuhrwerken um die Verteilung der Schieferprodukte - und dies auch für größere Entfernungen.   Die hiesigen Bewohner hatten jedoch in Bezug auf die Arbeit unter Tage sowie auf die Schieferverarbeitung keine großen Erfahrungen. Aus diesem Grund wurden von den Bergwerksbesitzern Bergmänner aus anderen Förderregionen hinzugezogen sowie auch Spezialisten aus Thüringen, bei welchen es sich um Fachleute in Bezug auf die Schieferförderung und        

-verarbeitung gehandelt hat.  Diese begannen sich hier in der Mitte des 19. Jahrhunderts niederzulassen und neben ihren Erfahrungen von unschätzbarem Wert, welche sie an die hiesigen Bergmänner weitergegeben haben, haben sie aus ihrer Heimat auch den für sie eigenen und typischen Dialekt mitgebracht.  Viele Elemente von diesem Dialekt wurden dann im hiesigen deutschen Dialekt übernommen, welcher sich bis zur Vertreibung der deutsch sprechenden Bevölkerung nach dem Zweiten Weltkrieg behaupten konnte.   

 

BERGHÄUSER

In der Umgebung der Bergwerke wurden für die Beschäftigten aus Schiefer die sog. "Berghausy" - Berghäuser errichtet. Hierbei hat es sich um Mietshäuser gehandelt, welche aus Schieferabfall errichtet wurden und in denen die neuen Arbeiter auch mit ihren Familien wohnten, die keine eigene Immobilie hatten.

Hier, in der Nähe des ersten Nittmann-Bergwerks, wurden einige von diesen Berghäusern errichtet. Bis heute sind zwei von ihnen erhalten geblieben - die beiden niedrigen langen Häuser Nr. 19 und 39. Von dem dritten Haus Nr. 38 ist nur der Sockel sowie die Treppe vom Brunnen erhalten geblieben. Beim Berghaus Nr. 39 kann man am bloßen Mauerwerk erkennen, dass zum Verbinden der Schiefersteinmauer nicht Mörtel verwendet wurde, sondern Lehm vom Feld.   Unten an der Straße am Ende des Wegs befindet sich das Nittmann-Haus Nr. 20.

 

WIE IN ZÁLUŽNÉ MIT DER SCHIEFERFÖRDERUNG BEGONNEN WURDE - SAGE

Vor langer Zeit, als sich an dieser Stelle zwischen Zálužné und Mokřinky unterhalb des Bergs Moraberg nur dichter Wald befunden hat, hatte hier ein armer Köhler seine Hütte.   Einmal ist er abends im Sommer vor seiner Hütte gesessen und hat nachgedacht, wie er aus seiner Not gelangen könnte. Da näherte sich aus dem Wald - aus Richtung Mokřinky ein Licht.  Und auf einmal stand ein kleines bärtiges Männchen mit einer kleinen Laterne in der Hand vor ihm, ein Zwerg.  "Mir ist Dein Elend bekannt" sagte der Zwerg. Alle hundert Jahre helfe ich einem guten Menschen. Und heute bin ich gekommen, um Dir zu helfen. Komm mit mir, Du wirst es nicht bereuen." Zur Sicherheit weckte der Köhler seinen ältesten Sohn auf und gemeinsam folgten sie dem blinkenden Licht in den dunklen Wald. Auf einmal verschwand das Licht im Dickicht, und als sie das Gestrüpp beiseiteschoben, erblickten sie vor sich eine beleuchtete Höhle mit schönen bunten Tropfsteinen.   Auf dem Boden der Höhle lag noch das trockene Herbstlaub. Der Zwerg sprach zu ihnen: "Helft mir. Fegt das Laub aus der Höhle und ich werde euch reich belohnen". Der Köhler fegte mit seinem Sohn das Laub aus der Höhle und der Zwerg dankte ihnen und sagte, dass sie sich die Tropfsteine mitnehmen sollen, die ihnen gefielen.  "Wozu sollen die uns zunutze sein?" dachten sie sich und begaben sich auf den Heimweg.    Der Junge brach sich jedoch zum Andenken ein Stück von einem glänzend blauen Tropfstein ab. Am nächsten Morgen, als sie in den Wald gingen, um den Meiler zu kontrollieren, fand der Junge den Tropfstein in der Tasche. Er nahm ihn heraus - und er war aus purem Gold! Er zeigte ihn dem Vater und sie machten sich sofort auf die Suche nach der Höhle. Aber sie fanden sie nicht.

An der Stelle, wo in der Nacht das Dickicht gewesen war, ragte ein sonderbarer dunkelgrauer Felsen empor, der da vorher nicht gewesen war.  Sie versuchten, in den Felsen zu gelangen, um festzustellen, ob sich in diesem nicht die Zauberhöhle verbirgt, aber sie fanden den Eingang nicht. Dafür bemerkten sie, dass sich dieser sonderbare Stein in dünne Platten spalten lässt - es war Schiefer. Sie reparierten ihr Haus und verkauften den Schiefer an die Nachbarn sowie an die Leute von nah und fern. Sie waren somit die Ersten, welche mit der Schieferförderung begonnen hatten. Der Zwerg hatte ihnen tatsächlich aus der Not geholfen.

 

SPALTBARKEIT VON SCHIEFER

Bei schluffigem und Lehmschiefer handelt es sich um feinkörniges Gestein (Korngröße unter 0,063 mm) mit einer großen Schieferabsonderung, was durch die parallele Anordnung der Lehmmineralien sowie durch die Bildung von organischen Stoffen verursacht wird.    Schiefer ist durch Sedimentation sowie durch die anschließende sehr schwache Metamorphose (Anchimetamorphose) entstanden. Bei den meisten dieser Gesteine ist es durch die Temperatur- und Druckeinwirkungen zur Rekristallisierung der Lehmmineralien zu größeren Einzelgebilden gekommen, welche durch ihre Form wesentlich die Schieferung bedingen und damit verbunden auch die Spaltbarkeit in unterschiedlich dünne Platten.

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