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Franz Rotter-Mühle

GPS: 49°49'10.020"N 17°42'59.760"E - Karte


MÜHLE VON NOVÉ TĚCHANOVICE

Die ältesten überlieferten Nachrichten über die hiesige Mühle stammen aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts und sind im Urbarium vom Gut Vikštejn zu finden.  Die John-Mühle - die sog. "Mühle von Nové Těchanovice" bestand aus zwei Objekten und der Müller war verpflichtet, jährlich 6 Taler an die Gutsbesitzer abzuführen sowie zwei Schweine zu füttern.   Während des 18. Jahrhunderts ging die Mühle an die Familie Rotter über. Die Mühle befand sich ungefähr 100 Jahr im Besitz dieser Müllersfamilie.


FRANZ ROTTER UND DIE ÄLTESTE SCHIEFERFÖRDERUNG

Im Jahr 1801 wurde die Mühle, zu welcher zu dieser Zeit viele Grundstücke gehörten, von Josef Rotter übernommen und nach ihm befand sie sich bis zum Jahr 1840 im Besitz von Franz Rotter. Und just dieser begann vor dem Jahr 1830 auf seinem Grundstück auf der entgegengesetzten Uferseite des Flusses Moravice als Erster mit der Schieferförderung in Zálužné.  Die Halde von diesem Bergwerk befindet sich bis heute auf der linken Uferseite des Flusses, ungefähr 250 Meter unterhalb der Brücke.


SPÄTERE SCHICKSALE DER MÜHLE

Einer der späteren Mühlenbesitzer - Augustin Mar - kam bei der Schieferförderung tragisch ums Leben und nach dessen Tod wurde die Mühle vom Unternehmer Gerlich aus Odry übernommen.  Dieser verkaufte die Grundstücke sowie Immobilien, welche zu der Mühle gehörten und baute die Mühle zu einer Walke um, welche Wollprodukte sowie Tuch aus seiner Tuchfabrik in Odry verarbeitete.   Die Walke wurde vom Walkmeister Wagner betrieben.  In Gerlichs Eigentum befand sie sich bis zum Jahr 1906, als er die Immobilie an den Müller Emanuel Kaschub verkaufte.   Dieser baute das Objekt wieder in einer Mühle um und betrieb diese bis zum Ersten Weltkrieg. Anschließend übergab er sie seinem Sohn Emanuel Kaschub, dessen Müllergewerbe relativ gut prosperierte. Aus diesem Grund konnte er es sich während der Wirtschaftskrise im Zeitraum von 1930 bis 1931 erlauben, die komplette Mühle in einen modernen Betrieb mit zwei Mühlenrädern und Malmechanismus umzubauen. Darüber hinaus errichtete er im Mühlenareal ein neues Wohnhaus - Nr. 31, eine Pension - Nr. 32 sowie oberhalb des Mühlenwehrs ein Forsthaus - Nr. 29.   Seine Familie lebte hier bis zum Jahr 1946, als sie nach Deutschland vertrieben wurde. Als nationaler Verwalter kam in die Mühle bereits im Jahr 1945 Karel Škrobánek, von welchem die Mühle bis zu dem Zeitpunkt betrieben wurde, als sie nach dem Putsch der Kommunisten im Februar 1948 verstaatlicht wurde.  Herr Škrobánek war danach als Arbeiter im hiesigen Schieferbergwerk beschäftigt. Nicht lange nach der Verstaatlichung wurde der Mühlenbetrieb eingestellt  und das zweistöckige Gebäude diente dann einige Zeit als Lagerobjekt. Gegenwärtig wird die ehemalige Mühle zu Erholungszwecken verwendet.


BEKANNTE PERSÖNLICHKEIT MIT WURZELN IN ZÁLUŽNÉ

Die Gemeinde Zálužné sowie das hiesige Nittmann-Bergwerk ist mit dem Schicksal einer bemerkenswerten Persönlichkeit verbunden. Es handelt sich um den amerikanischen Maler Tim Allen, welcher in der Stadt Putney im Staat Vermont in den USA lebt und künstlerisch tätig ist.  Im Nittmann-Bergwerk hat einst dessen Urururgroßvater gearbeitet. Gegen Ende der Fünfziger Jahre des 19. Jahrhunderts ist nämlich der Bergmann Karl Krupitza mit seiner Ehefrau Theresia und den beiden Töchtern von Rosice u Brna nach Zálužné gezogen. Mit seiner Familie hat er in dem heute bereits eingefallenen Mietshaus - Berghaus Nr. 24 gelebt, welches rechts hinter der Brücke an der Straße nach Nové Těchanovice steht. Er hat als Bergmann im Nittmann-Schieferbergwerk gearbeitet. Seine jüngere Tochter Anna war ledig und hat in der hiesigen Mühle gearbeitet. Im Jahr 1874 gebar sie ihre Tochter Marie und nach vier Jahren - am 3. März 1878, kam ihr zweites Kind - Sohn Alois zur Welt. In keinem der beiden Fälle hat Anna den Namen des Vaters preisgegeben. Der junge Alois Krupitza lernte in Vítkov, nachdem er die Grundschule in Nové Těchanovice besucht hat, Schuster und eröffnete in Budišov (heute Budišov nad Budišovkou) eine Schusterwerkstatt. Er heiratete Marie Schwarz, die Tochter des hiesigen Webers und im Jahr 1905 kam ihre Tochter Anna zur Welt. Sieben Jahre später emigrierten sie in die USA. Der amerikanische Maler Tim Allen ist der Enkel von Anna Krupitza. Im Jahr 2009 kam er nach Europa und am 12. Mai hat er Zálužné besucht. Hier hat er das Elternhaus seines Urahnen - des Schusters Alois Krupitza gesucht. Das Hauptmotiv in den Bildern von Tim Allen sind Bäume, vor allem Birken. In den Wäldern von Vermont gibt es viele davon und Tim Allen sagt, dass sie ihn seit jeher fasziniert haben. Als er im Jahr 2009 auf der mit Birken bewachsenen Halde des alten Nittmann-Schieferbergwerks gestanden ist, hat Tim Allen darüber nachgedacht, ob seine innere Beziehung zu Birken nicht in den Genen seiner Urahnen verankert ist, die hier einst gelebt und gearbeitet haben.

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