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Gegenüberliegende Halde

GPS: 49°49'20.579"N 17°42'55.199"E - Karte


BEACHTENSWERTE BRÜCKE

Eine Halde von ungewöhnlicher Form.  Der geförderte sowie verarbeitete Schiefer zum Abdecken wurde auf einem Weg vom Bergwerk zum Dorf transportiert, welcher zu den Immobilien auf dem Berg Moraberg führt. Dieser Weg musste erhalten bleiben. Aus diesem Grund wurde er über eine bis heute erhaltene hohe Schieferwand vom Bergwerk und dessen sich türmenden Halden abgetrennt.  Diese Mauer hat, bevor sie in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts teilweise eingestürzt ist, an der höchsten Stelle 8,5 Meter gemessen. Die Schiefermauer war derart wichtig, dass, als J. Nittmann im Jahr 1884 das Bergwerk an Jakob Lintner verkaufte, deren Wartung dem neuen Besitzer als Grunddienstbarkeit aufgetragen wurde. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert entwickelte sich die Förderung im Bergwerk sehr intensiv und damit einhergehend nahmen auch die Halden mit dem Abfallschiefer ständig zu.  So geschah es, dass der südliche Grundstücksabschnitt des Bergwerks für die zunehmenden Halden nicht mehr ausreichte. Der Bergwerksleitung fiel für die weitere Lagerung des Abfallmaterials eine bemerkenswerte sowie völlig originelle Lösung ein.   Man begann, den Abraum südlich des Wegs zu lagern.  Zuerst wurde dort der Abraum von der Fördergrube in Grubenwagen hingebracht und in Längsform entlang des Weges aufgeschüttet. Somit entstand eine 150 Meter lange enge Halde. Als die Halde so hoch war, dass der Transport des Materials auf deren Spitze fast zu kompliziert war, fand man eine weitere bemerkenswerte Lösung. Zwischen der höchsten Stelle der Stützmauer und der neu aufgeschütteten Halde wurde eine Holzbrückenkonstruktion errichtet, durch welche es möglich war, in einer Höhe von ca. zwölf Metern mit den Grubenwagen den Weg zu überqueren.  Am Gipfel der Halde bogen die Wagen nach rechts oder links ab und fuhren mit dem Material bis zu beiden Enden weiter. Durch die Form dieser langen, engen und hohen Halde wird bis heute die Art für deren Entstehung belegt. An der höchsten Stelle der Halde endete die Holzbrückenkonstruktion. Links und rechts, auf dem 1,5 m breiten sowie sich zu beiden Seiten abflachenden Kamm verlief das Schmalspurbergwerksgleis, auf welchem die Wagen mit dem Material fuhren.


HALDEN

Aus den Angaben zur Förderung des Schiefers von Moravice in den Schieferlokalitäten des Mittelkomplexes ist uns bekannt, dass im Rahmen der Tiefenförderung ungefähr 50 % des Gesteinsmaterials von der gesamten Lagerstätte an die Oberfläche befördert wurden.   Ungefähr die Hälfte ist in der Lagerstätte in Form von Versatz und Baumaterial verblieben.

Im Unterschied zur Tiefenförderung wurden von den Oberflächensteinbrüchen komplett 100 % des Materials an die Oberfläche befördert. Interessant ist, dass der Rohstoff zur Produktion von verschiedenen traditionellen Erzeugnissen in der Regel nur 10 - 12 % von der Gesamtmenge der geförderten Lagerstätte betragen hat.   Aus diesem Grund sind in der Umgebung der Bergwerke und Steinbrüche weitläufige Halden entstanden. Zwischen den einzelnen Halden besteht jedoch ein Unterschied in Bezug auf die Qualität, und aus diesem Grund müssen sie in einige Gruppen unterteilt werden, von denen wir wenigsten die zwei Hauptgruppen aufführen wollen.

 

HALDEN, WELCHE DURCH OBERFLÄCHENFÖRDERUNG ENTSTANDEN SIND – von der Oberflächenförderung wurde sämtlicher Abfall an die Oberfläche befördert, einschließlich des Abraums mit Kleingestein, Sandstein und Konglomeraten.

HALDEN, WELCHE DURCH TIEFENFÖRDERUNG ENTSTANDEN SIND – bei der Tiefenförderung verblieben ungefähr 50 % des Materials im Bergwerk, vor allem der nicht qualitative Rohstoff mit Abraumanteil, und auf die Halden wurde nur relativ wenig Abraum verbracht. Das Haldengut enthält somit weniger Abraummengen.

 

Aus dem Vorgenannten ergibt sich die Überlegung von J. Řihák:

"Die Bezeichnung der Schieferhalden ist nicht ganz richtig, da bekannt ist, dass alle Halden, welche sich bei den Schieferbergwerken und -steinbrüchen befinden, nicht nur Schieferabfall enthalten, sondern auch größere bzw. kleinere Abfallmengen von Kleingestein und Sandstein, Konglomeraten, u. A. Am besten wäre es, nur die Bezeichnung Halde zu verwenden."

In den ältesten Förderepochen von Schiefer zum Dachdecken galt das Haldengut nicht als Rohstoffquelle. Wie bereits angegeben, wurde es teilweise in den Bergwerken gelassen und der Rest wurde auf Deponien verbracht. Im Lauf der Zeit - und dies vor allem mit dem Aufkommen von Kunststoffen zu Beginn des 20. Jahrhunderts, wurde auch das Haldengut zu einem begehrten Rohstoff.  Zuerst wurde es zerkleinert und dann zu Schiefermehl gemahlen. Das Schiefermehl wurde als Füllmittel den verschiedensten Produkten hinzugefügt. Es fand vor allem als Zusatz in der chemischen und Gummiindustrie Anwendung, des Weiteren als Füllmittel bei der Herstellung von Bakelit, Farben und Lacken, Reifen, Hochdruckplatten, Imprägnierpasten, Asphalt-Mastix als Estrich für Fahrbahnen und es war sogar in einigen Medikamenten enthalten. Eine bedeutende Rolle bei der Verarbeitung des Haldenguts spielte in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Grammofonindustrie.   Der Anteil an mikrogemahlenem Schiefer für das Gemisch zur Herstellung von Grammofonplatten betrug 85 %.  Dieses Gemisch wurde mit kleinen Abwandlungen des Bindemittels bis zum Jahr 1965 hergestellt. Die Untersuchungen der Halden während des 20. Jahrhunderts gaben den Impuls zur Herstellung eines neuen leichten Baustoffs - von Blähschiefer. Dieses wurde aus Schuttfraktionen von  3 - 8, 8 - 15 und  15 - 25 mm durch Brennen im Drehofen bei einer Temperatur von 1050°C bis 1150°C hergestellt. Diese Vorgehensweise erfolgte aufgrund der spezifischen Eigenschaften des Schieferschutts, welcher aus dem qualitativen Haldengut mit einem niedrigen Anteil an Abraum gewonnen wurde.  Durch einen solchen Schieferschutt ist Blähen möglich. Auf diese Weise wurde der gemahlene Schiefer als Zusatz zur Produktion von Leichtbeton mit Blähschiefer sowie zur Produktion von Poren-Schieferbeton verwendet.

Auch der Schutt von unterschiedlichen Fraktionen konnte sehr gut genutzt werden. Es wurden Schieferbetondachziegel, Schieferbetonplatten, Leichtformstücke, Leicht- und Wärmekonstruktionsgemische, u. A. hergestellt. Auch heute ist das Haldengut immer noch ein sehr begehrter und wertvoller Rohstoff. Der Schutt von unterschiedlichen Fraktionen wird als Streumaterial bei der Herstellung von Dachpappe verwendet. Die gröberen Fraktionen werden aufgrund der mechanischen Beständigkeit nach der Verdichtung wiederum für Gehwegflächen verwendet.  Schiefer zum Dachdecken wurde in der Lokalität Mokřinky-Zálužné in der Vergangenheit in den Zonen 1 bis 5 mit Vortrieb der Fördergruben direkt in der 2. Lagerstättenzone gefördert.  Nutzschiefer wurde durch Vortrieb der Versuchsstollen auch direkt in den Lagerstättenzonen gefördert. Aus diesem Grund kann man darauf schließen, dass die hiesigen Halden sehr hochwertig sind und die Abraummenge in diesen gering ist.

 

SCHEMA IN BEZUG AUF DIE VERWERTUNG DES SCHIEFERABFALLS

Geschichte

Schutt 3 - 25 mm

Sand 1 - 3 mm

Sand 0 - 3 mm

Mehl 950–20.000  Kristalle / cm2

Blähschiefer als Basisrohstoff zur Herstellung von Blähschiefer- und
Leichtbeton: Platten und Quaderplatten, Formsteine, Deckenbalken, Träger, Stürze sowie andere Bauteile

Streumittel für
Dachpappe

Herstellung von:
Dachziegeln
Fliesen
Bordsteinen

Herstellung von:
Porenschieferschaum
Gasbeton
Farben und Lacken
Reifen
Grammofonplatten
Hochdruckplatten
Schulstiften
Kunststoffen

Gegenwart

verschiedene Arten von größeren Flächenstücken

Fraktion 16 bis 63 und größer

Fraktion 4/8 und 8/16 mm

Fraktion 0/4 mm

Trittflächen, Verkleidungen, Gartensteine

Mulchschiefer

begehbare aufgeschüttete Stoffe

Streumittel für
Dachpappe

 

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