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Kapelle

GPS: 49°49'25.741"N 17°42'45.479"E - Karte

 

KAPELLE, WELCHE DEM PRAGER JESULEIN GEWEIHT IST

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann man in Zálužné und Umgebung mit der Schieferförderung und es entstand hier eines der größten Bergwerke mit Tiefenförderung in Schlesien. Die Arbeit im Bergwerk war schwer und aufgrund des damaligen technischen Niveaus der Tiefenförderung - insbesondere in Bezug auf die Sicherheitsmaßnahmen - ereigneten sich bei der Arbeit in den Bergwerken häufig Unfälle. Diese endeten manchmal auch tödlich.

In den Raab-Bergwerken im Tal des Bachs Horník kamen in den 70er und 80er Jahren des 19. Jahrhunderts sechs Bergmänner ums Leben. Weitere tödliche Unfälle ereigneten sich auch im großen Nittmann-Bergwerk sowie in den Weisshuhn-Bergwerken.  Das letzte bekannte Opfer bei der Schieferförderung war im Jahr 1891 der Besitzer eines der hiesigen kleinen Bergwerke - Augustin Mar.

Als Denkmal für ihn sowie für alle weiteren Opfer in den Schieferbergwerken wurde im Jahr 1897 die hiesige Kapelle errichtet, welche dem Prager Jesulein geweiht ist. Die Weihe ist für ein Gebiet, welches fast ausschließlich mit deutschen Bewohnern besiedelt war, einigermaßen überraschend.    Neben den genannten tödlichen Unfällen ereigneten sich in den Bergwerken auch viele nicht so schlimme Unglücke.  Unter den Folgen mussten die Opfer jedoch oft ein Leben lang leiden. Und eben an das Prager Jesulein richteten die Menschen im Lauf der Jahrhunderte ihre Bitten um Genesung von den körperlichen Verletzungen und Leiden. Die Errichtung der Kapelle von Zálužné - einem Denkmal für die Opfer der Schieferförderung - war und ist in Schlesien etwas Außergewöhnliches. Dies alles geschah über einen Zeitraum von vielen Jahrhunderten, denn bereits in der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde für die ums Leben gekommenen Bergmänner eine andere Kapelle als Denkmal errichtet - die St. Anna-Kapelle oberhalb der Gemeinde Horní Údolí in der Region von Zlatohorsko.  Diese ist heute jedoch leider nicht mehr erhalten.


DAS PRAGER JESULEIN

Die 47 Zentimeter hohe Plastik ist aus Holz geschnitzt und wahrscheinlich mit Leinen überzogen, die Oberfläche wurde aus buntem Wachs modelliert. Die kleine Statue stammt aus Spanien, wo sie wahrscheinlich Mitte des 16. Jahrhunderts hergestellt wurde. Die Legende erzählt, dass sich das Jesulein wie durch ein Wunder einem Mönch gezeigt hat, von dem dann entsprechend dessen Form und Gestalt diese Statue angefertigt wurde.  In das Karmelitenkloster gelangte die Statue im Jahr 1628, wo sie den Karmelitern von der verwitweten Polyxena von Lobkowicz mit den Worten gewidmet wurde "Haltet Sie in Ehren und es wird euch gut ergehen". Und auch heute noch kommen Hunderte Besucher aus der ganzen Welt zu der Statue. Viele Menschen, welche vor ihr zu Gott gebetet haben, hat sie angeblich erhört und wundertätig gewirkt.  Die Leute bitten hier um Hilfe, um Genesung sowie um Frieden, einige Gläubige erwarten die Geburt ihres Kindes und andere wiederum kehren hierher zurück, um sich zu bedanken.

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