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Nittmann-Bergwerk I

GPS: 49°49'27.840"N 17°42'58.859"E - Karte


OBERGESCHOSS DES NITTMANN-BERGWERKS

Nach dem Verkauf seiner Bergwerke an Graf Arz von Wasseg hat Josef Nittmann in den Fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts mit einem neuen Projekt begonnen. Vom Bauern Onderka aus Zálužné erwarb er die Parzelle Nr. 850, durch welche knapp oberhalb des Dorfzentrums ein Schieferlager verlief.   In der Grundstücksmitte befand sich die leere Parzelle Nr. 849, ein an der Oberfläche austretender Schieferblock.  Über diesen schreibt Dionýz Štůr in seiner Arbeit aus dem Jahr 1866: "Der Aufschluss des Lagers von Zálužné sieht wie ein scharfer Nagel in dem ansonsten runden umliegenden Terrain aus.  Diese Tatsache zeugt davon, dass der hiesige Schiefer gegenüber Witterungseinflüssen sehr beständig ist, da dieser Nagel nur ganz leichte Verwitterungserscheinungen aufweist.  Es ist sehr wahrscheinlich, dass von der Sohle der hiesigen Schieferlagerstätte, welche von den Stollen von Zálužné durchzogen wird, auch Schiefer gefördert werden könnte." Also begann Nittmann den Versuchsstollen aufzuschlagen.    Dieser hatte eine Länge von ungefähr 100 Meter und an dessen Ende befand sich ungefähr 20 Meter unter der Oberfläche eine aufgebrochene Kammer, bei welcher es sich um die erste Etage des Bergwerks gehandelt hat.  Da das Lager sehr ergiebig war und bis in große Tiefen gereicht hat, wurde entschieden, dass es von oben über einen breiten trichterförmigen Abhau geöffnet wird, bei dem Sie jetzt stehen.   Wenn man auf das Bergwerk schaut, befinden sich auf dem gegenüberliegenden Hang des Abhaus Schieferschichten, aus denen die Lagerstätte besteht.  Am Boden des Abhaus sehen Sie dann eine Öffnung mit einer Größe von 6 x7 Meter, über welche der fast senkrechte, ungefähr 50 Meter tiefe Schacht geöffnet wird, welcher zur zweiten Etage des Bergwerks führt. Unter dieser - ungefähr 35 Meter tiefer - befindet sich die dritte Etage des Bergwerks.

 

FÖRDERTECHNIK

Zuerst erfolgte die Förderung des Bergwerks ausschließlich manuell. Zum Arbeiten wurden Bergbaueisen verwendet sowie Fäustel, Hacken, Spitzhacken, Meißel und Handbohrer.  Später wurde dann Schießpulver verwendet. Unterirdisch erfolgte die Beleuchtung zuerst mit Öllampen und später dann mit Karbidlampen.  In den Schieferbergwerken bestand keine Gefahr, dass sich Bergwerksgase bilden, aus diesem Grund konnten die Bergmänner offenes Feuer verwenden. Unter die Erde gelangten die Bergmänner über Leitern.  Auch in den senkrechten Kaminen, welche sich zwischen den einzelnen Etagen des Bergwerks befanden, bewegten sie sich auf Holzleitern. Solche Kamine werden "Fahrkamine" genannt. Die Förderung des Schiefers erfolgt über den sog. Kammerabbau. Nach dem Aufbrechen des Stollens - des Querschlags und nachdem die qualitative Lagerstätte erreicht war, wurde eine Kammer mit einer Länge von oftmals bis 20 Meter aufgebrochen sowie mit einer Breite, welche der Mächtigkeit der geförderten Lagerstätte entsprochen hat, in der Regel 4 - 20 Meter und mit einer Höhe von 16 - 21 Meter.

 

TRANSPORT IM NITTMANN-BERGWERK

In den horizontalen Stollen erfolgte der Transport des abgebauten Schiefers in Grubenwagen auf Schienen.  An die Oberfläche wurde der Rohstoff durch den senkrechten Schacht gezogen.  In den ältesten Epochen erfolgte dies über eine Handwinde.  Im Rahmen der Förderung aus größeren Tiefen wurden dann zum Antrieb der Winde Haustiere eingesetzt - Pferde oder Ochsen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfolgte die Einführung von Dampfmaschinen. Die Wagen mit dem Schiefer fuhren an der Stelle des sog. Füllorts, wo in den Schacht die Stollen von den einzelnen Etagen mündeten, auf eine Holzrampe, die an Seilen befestigt war. Die Rampe wurde dann über eine gut durchdachte Holzkonstruktion an die Oberfläche gezogen.  Von hier wurden die Wagen auf den Schienen manuell zu den einzelnen Arbeitsplätzen geschoben, wo der abgebaute Schiefer weiter bearbeitet wurde. Auf diese Weise erfolgte dies auch im hiesigen Bergwerk. 

 

 

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