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Nittmann-Bergwerk II

GPS: 49°49'21.180"N 17°42'56.819"E - Karte


MITTELGESCHOSS

Beim Nittmann-Bergwerk handelt es sich um einen mächtigen dreigeschossigen Bergwerkskomplex, welcher sich direkt im Zentrum der Gemeinde Zálužné befindet. Es ist das größte Bergwerk im Rahmen des Lehrpfads. Das Bergwerk befindet sich am relativ steilen Abhang des Berges Moraberg oberhalb des Fluss Moravice und verfügt - bei einer Tiefe von ca. 80 cm - über 3 miteinander verbundene Etagen. Die tiefste befindet sich knapp über dem Flusspegel. Das Bergwerk besteht aus einem komplizierten System von Gängen und Förderkammern, welche zum Großteil mit Steinversatz gefüllt sind.  Die Bergmänner konnten bei der Förderung unter Tage vom abgebauten Gestein bereits den Teil trennen, welcher zur weiteren Bearbeitung ungeeignet war. Dieses Material aus dem Bergwerk verwendeten sie zum Befüllen der Kammern sowie zum Ausmauern der Gänge und Kamine. Auf diese Weise entstand ein Versatz, durch welchen die Auszimmerung ersetzt wurde, die von anderen Bergwerken bekannt ist und gleichzeitig erhöht sich der Arbeitsboden für den weiteren Abschlag. Gleichzeitig wird dadurch dem Schieferuntergeschoss die einmalige und unverwechselbare Gestalt verliehen. Die Gesamtlänge der Innenräume vom Bergwerk übersteigt 3 km. Die Schieferförderung in diesem Bergwerk wurde vor dem Ersten Weltkrieg eingestellt, als der Großteil des Lagers bereits gefördert war. Das Jahr 1885 war für die hiesigen Schieferbergwerke ein Schicksals- und tragisches Jahr.  Seinerzeit ist es in allen drei betriebenen Bergwerken zu einem mächtigen Grundwasserdurchbruch gekommen. Dem Nittmann-Bergwerk ist es mit der unverhofften Wasserflut noch relativ gut ergangen. Das Wasser ist durch das Bergwerk geflossen und aus der niedrigsten Etage des Bergwerks ist es in den Fluss Moravice geflossen. Es wurde nur ein Teil der Innenanlage des Bergwerks beschädigt. Der kleine Wasserstrom, durch welchen das Bergwerkswasser in den Fluss geleitet wird, ist im Bergwerk geblieben und fließt bis heute durch dieses. In den anderen Bergwerken hatte dieses Ereignis wesentlich schlimmere Folgen. Es waren auch Todesopfer zu beklagen.


EUROPÄISCH BEDEUTENDE LOKALITÄTEN

CODE CZ0813767 – NATURDENKMAL VON ZÁLUŽNÉ

Der zweite, fast senkrechte und ungefähr 60 m tiefe Schacht hat ein Profil von 6 x 6 m und verläuft vom Boden des Abhaus direkt bis zur 3. Etage des Bergwerks.  Von diesem verlaufen zu den Seiten waagerechte Stollen. Das gesamte unterirdische System besteht aus den Förderkammern mit einer Höhe bis zu 10 Metern, welche zum Großteil mit Schiefergesteinsversatz befüllt sind.  Als Versatz wurden auch Gänge gemauert, deren Wände aus Schieferplatten bestehen. Zwischen ihnen befinden sich unzählige Fugen und Hohlräume, welche ideal zum Überwintern von Fledermäusen geeignet sind.

Das Mikroklima in den einzelnen Bergwerksabschnitten ist sehr unterschiedlich. Es wird durch die Entlüftungsart und -intensität bestimmt sowie durch die Richtung der Luftströmung und durch die Temperaturänderungen an der Oberfläche während des Jahrs. In den oberen Etagen, welche über nur einen Schacht mit der Außenumgebung verbunden sind, ist die Dynamik der Luftströmung minimal und das Mikroklima ist somit stabil. Die Temperaturen bewegen sich hier während des Jahrs in einem Bereich von +5,2 °C do +6,2 °C und die relative Luftfeuchtigkeit beträgt ungefähr 97 %. Die am niedrigsten gelegene dritte Etage des Bergwerks ist über drei Schächte mit der Oberfläche verbunden. Die Dynamik der Luftströmung sowie auch die Temperaturänderungen im Untergeschoss sind hier intensiv und reagieren schnell auf Temperaturänderungen an der Oberfläche.  Das Mikroklima sowie dessen Stabilität während der Winterzeit bestimmt die Auswahl der Überwinterungsorte für die einzelnen Fledermausarten. Während in den oberen Etagen mit einer stabilen Temperatur die Mausohrfledermaus überwintert, überwintert in der am niedrigsten gelegenen Etage die Mopsfledermaus - Barbastella Barbastellus. Das Nittmann-Bergwerk ist einer der fünf wichtigsten Überwinterungsorte dieser sehr seltenen Fledermausart in der Tschechischen Republik.   In deren Winterkolonien werden hier bis zu 300 Fledermäuse gezählt.


Somit sind in den verlassenen Schieferbergwerken geeignete Bedingungen für viele seltene Tierarten sowie gleichzeitig auch für interessante Pilzarten vorhanden. 

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