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Nittmann-Bergwerk IV

GPS: 49°49'22.739"N 17°42'56.581"E - Karte


ABHAU DES NITTMANN-BERGWERKS

Die Förderung an diesem Ort begann zuerst über den sog. "Onderka-Stollen" und später, als das Bergwerk größer geworden war, wurde der Abhau ausgehoben.  Betrachtet man sich den Abhau, so sieht man ein von der Oberfläche sich verengendes trichterförmiges Gebilde, auf dessen Boden sich in einer Tiefe von ungefähr 20 Metern eine Öffnung mit einer Größe von ca. 6 x 6 Metern befindet. Hier beginnt der ungefähr 35 m tiefe, fast senkrechte Schacht, welcher sich bis zur dritten, niedrigsten Etage des Bergwerks erstreckt. Innerhalb der Schachtebene sind die Gänge und Kammern von allen drei Abhauhöhen des Bergwerks miteinander verbunden.  Auf dem Boden der dritten Etage fließt ununterbrochen Wasser und an einigen Stellen ist es tiefer als 1 Meter. Über die senkrechten Kamine und Verbindungsgänge gelangt man dann in die weiteren Bereiche des unterirdischen Systems. In der Schachtmündung am Boden des Abhaus erstreckt sich links Richtung Norden ein kurzer Versuchsstollen.  An der rechten Seitenwand des Abhaus ist ein mit Versatz gefüllter Eingang zu einer der Förderkammern zu sehen. Von dieser erstreckt sich Richtung Westen ein waagerechter Stollen, welcher nach vielleicht 30 Metern abrupt seine Richtung - nach rechts Richtung Norden ändert. Nach ca. 50 Metern endet er beim Bruch. Auf dem Platz beim Haus hat sich der Maschinenraum befunden und entlang den schrägen Schieferflächen des Abhaus befand sich eine Holzkonstruktion, welche zum Herausziehen des Materials aus dem Bergwerk gedient hat.  Bei den erhaltenen Schieferwänden handelt es sich um den Torso des ehemaligen Verwaltungsgebäudes vom Bergwerk. 


GESCHICHTE DER BELEUCHTUNG IN DEN SCHIEFERBERGWERKEN

Die ältesten primitiven Öllampen - Steinschalen (oder Muschelschalen), welche mit Pflanzenöl mit einem Docht aus Brennholz gefüllt waren - stammen aus der Bronzezeit vor ungefähr zwölftausend Jahren. Es ist paradox, dass die gleiche Beleuchtungsart - mit kleinen Verbesserungen seit Beginn der Förderung bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts in den Schieferbergwerken verwendet wurde, was im Vergleich mit zwölftausend Jahren ein Zeitraum ist, der noch nicht lange zurückliegt.

In den Schieferbergwerken existieren keine explosiven Gase. Aus diesem Grund konnten die Bergmänner offenes Feuer zum Leuchten verwenden. Zuerst waren es die Ölbrenner und -lampen, welche mit einem Hängehaken entfacht oder gelöscht wurden, später wurden dann Acetylenlampen verwendet, welche mit Karbid gefüllt waren. Vor allem für den Kohlebergbau, wo es zu häufigen Explosionen kam, mussten Sicherheitslampen entwickelt werden. Die nicht explosive Davy-Lampe wurde im Jahr 1815 erfunden, durch welche die Voraussetzungen für die weitere sichere Entwicklung im Förderwesen geschaffen wurden und mit ihrer walzenförmigen Form wurde sie zu einem der Symbole im Bergbauwesen.

 

SICHERHEITSLAMPEN

Es handelt sich um eine einfache schalenförmige Lampe mit einer runden Grundfläche mit flachem Boden, welche mit Öl oder Talg gefüllt war.

 

ACETYLENLAMPEN

Die Acetylenlampe, die sog. Karbidlampe, verfügt im oberen Teil über einen Behälter mit Wasser. Mit dem unteren Teil, wo sich der Karbidbehälter befindet, ist er über eine Tropfnadel verbunden.  Die Menge des Wassers, welches in den unteren Teil tropft, wird über eine Schraube reguliert. Das Wasser reagiert mit dem Karbid, wodurch Acetylen entsteht, welches in die Düse entweicht, wo es verbrannt wird und dadurch mit weißer Flamme leuchtet.  Durch die Regulierungslampen reichte den Bergmännern das Licht für die ganze Schicht. An den Stellen, wo die Bergmänner den Brandrückstand aus ihren Lampen geklopft haben, befand sich weißer Staub - Kalziumhydroxid.  Interessant ist, dass die Karbidlampen im Schieferbergwerk in Nové Těchanovice (Pollak-Stollen) noch in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts verwendet wurden, Kalziumkarbid CaC2 (früher auch Kalziumacetylid) reagiert sehr leicht mit Wasser und es entsteht Acetylen (C2H2) und Kalziumhydroxid (Ca(OH)2). Aus diesem Grund wurde es im Bergbauwesen eingesetzt.

 

ELEKTRISCHE AKKULAMPEN

Erst nach 1970 wurden in den Schieferbergwerken in Nízký Jeseník elektrische Lampen eingeführt. Der Grund, warum man erst vor kurzer Zeit begonnen hat, elektrische Lampen zu verwenden, liegt in der zu langsamen Modernisierung der rückständigen Schieferbergwerke. Ein weiterer Grund liegt darin, dass die Karbidlampen zu jener Zeit eine viel höhere Leuchtkraft als Akkulampen hatten und ihr Gewicht war auch viel geringer. Während die ersten Akkulampen ein Gewicht bis zu 4 kg erreichten, bewegte sich das Gewicht von Karbidlampen bei 1,3 kg.  

 

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