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Ruinen

GPS: 49°48'53.759"N 17°42'33.541"E - Karte


PHÄNOMEN DER VERSCHIEDENARTIGKEIT

Jedes Schieferbergwerk und -steinbruch war zum Zeitpunkt seiner Tätigkeit ein einmaliges Beispiel in Bezug auf die technische Lösung für die Art der Förderung.    Diese Einmaligkeit beruhte vor allem auf der Verschiedenartigkeit der Schieferbergwerke, deren Lage, auf der eigentlichen Geomorphologie des Terrains sowie auf der darauf aufbauenden Lösung.  Einen Einfluss auf die technische Lösung hatte auch die Größe der Parzelle, welche sich im Eigentum des Bergwerksbesitzers befand und natürlich auch der Zeitraum, in welchem die Schieferförderung im Bergwerk oder Steinbruch erfolgte.  Auch die Lösung für die sonstige technische Ausstattung des Bergwerks war von den genannten Bedingungen abhängig und wurde unterschiedlich gelöst. In ganz Nízký Jeseník kann man Spuren von der Förderung entdecken - und dies unter Tage wie auch an der Oberfläche. 

An den Förderstellen findet man in der Regel technische Gebäuderuinen. Bei fast jeder Förderstätte befanden sich in unmittelbarer Umgebung Überdächer für Handwinden und Winden, später dann auch Gebäude für Fördermaschinen mit Dampfkesseln und Motorenmaschinen, von wo der Antrieb der Transportmittel in Form von Kippwagen, Grubenwagen, Hängerampen sowie später Schachtkörben erfolgte.    Ein Stück weiter befanden sich einfache Überdächer aus Holz, aber auch kompliziert gemauerte Gebäude, welche zum Spalten des Schiefers dienten.  Während der Sommermonate haben die Spalter auch direkt auf den Halden gearbeitet, damit sie den Abfall vom Spalten nicht weit transportieren mussten.

Im Pollak-Stollen hat es ein Bergwerk unter Tage - direkt auf der Abbaukammer - gegeben, wo vor allem in den Wintermonaten gearbeitet wurde und von wo das bereits fertige Produkt an die Oberfläche befördert wurde. Seit dem Zeitpunkt, da die Förderung mit Sprengungen erfolgt, sind verschiedene Lösungen für Sprengkapsel- und Sprengstofflager zu finden. Das Sprengstofflager wurde in den abgelegenen verlassenen Bergwerksgängen errichtet, aber auch an der Oberfläche und es bestand aus verschiedenen Sicherheitselementen, wie zum Beispiel aus Türen, Speziallampen, u. A.  Das Sprengkapsel- und Zündschnurlager wurde getrennt an der Oberfläche errichtet, in der Regel aus feuerfest imprägniertem Tannenholz.

Seit dem Zeitpunkt der Beleuchtung mit elektrischen Lampen wurden auch Batteriewerke errichtet, wo elektrische Quellen aufgeladen wurden.

 

GEBÄUDE UND HANDWERK

Zu den größeren Bergwerken gehörten in der Regel Tischler-, Zimmermanns-, Schmiede- und Schlosserwerkstätten. In diesen Werkstätten wurden die erforderlichen Fördergeräte hergestellt und gewartet. Vom Bergwerksschmied wurden hier die Spitzhacken, Hacken, Meißel- und Stemmeisenspitzen geschliffen, er hat die Schaufeln repariert sowie die Achsen und Lager der Wagen und der Maschinen, u. A. Vom Zimmermann wurde die Bergwerksauszimmerung vorbereitet, er hat die Holzwagen repariert, hat einfache Überdächer für die Orte errichtet, wo das Spalten des Schiefers erfolgt ist und hat eine ganze Reihe von weiteren Tätigkeiten ausgeführt. In den späteren Zeiten, als im Bergwerk die Elektrik eingeführt wurde, sind dann noch weitere Berufsgruppen hinzugekommen - wie der Bergwerkselektriker und mit ihm die Elektrikerwerkstatt, wo die entsprechenden Einzelteile repariert und gewartet worden sind.  In den größeren Schieferwerken befanden sich Werkstätten zur Schieferbearbeitung - Schneide-, Schleifwerkstätten, u. A., wo aus dem Rohstoff eine ganze Reihe von Produkten hergestellt wurde - Schleifsteine, geschnittene Verkleidungen und Pflaster, Schreibtafeln, geschliffene Produkte, etc. Vom typischen Charakter waren auch die Verwaltungsgebäude des Bergwerks.

 

BEISPIEL FÜR DIE ZUSAMMENSTELLUNG VON ARBEITERN UND BERUFSGRUPPEN IM SCHIEFERBERGWERK

(entsprechend dem Bergwerksbuch Nové Těchanovice – Pollak-Stollen im Jahr 1950):

Belegschaft im Bergwerk: 1 Bergwerksaufsicht sowie gleichzeitig Sprengmeister, 3 Bergmänner, 2 Hilfsbergmänner, 2 Wagenschieber.

Belegschaft an der Oberfläche: 1 Maschinist, 1 Aufpasser.

Belegschaft für die Produktion: 5 Spalter.

Insgesamt haben somit 15 Arbeiter im Bergwerk gearbeitet.

 

BEISPIEL FÜR DIE PRODUKTIONS- UND VERBRAUCHSMENGE

Im Monat März 1950 wurden 377 Wagen Rohschiefer sowie 392 Wagen Abfall gefördert.  Davon wurden 633 Klafter Schiefer zum Dachdecken produziert,

verbraucht wurden:

  • Donarit 55 kg
  • Schleifsteine 200 St.
  • Sprengpulver 2,5 kg
  • Zündschnur 50 Rollen
  • Karbid 140 kg
  • Schmiedekohle 20 kg
  • Autoöl 40 l
  • Diesel 250 l
  • Benzin 10 l
  • Lageröl, Wagenschmiere und Vaseline je 1 kg.

 

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