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Schieferdächer

GPS: 49°49'36.480"N 17°43'0.181"E - Karte


HALDE VOM CARL-BERGWERK

Am Fuß des Bergs Moraberg erhebt sich oberhalb der Berghäuser die Halde vom Carl-Bergwerk.  Im Jahr 1885 kam es in allen Bergwerken des Morabergs zum Grundwasserdurchbruch.  Für die weitere Tätigkeit im Bergwerk musste der Wasserspiegel in diesem reduziert werden. In dieser Zeit erfolgt die Förderung bereits in einer Tiefe von 60 Metern und das Abpumpen des Wassers war sehr kompliziert, anspruchsvoll und kostenintensiv.  Carl Weisshuhn wollte aber dieses einmalig gewinnbringende Bergwerk mit dem qualitativen Rohstoff um jeden Preis beibehalten. Damit die Förderung auch zukünftig erfolgen konnte, ließ er in westlicher Richtung einen 400 Meter tiefen Entwässerungsstollen errichten. Dieser mündete in den Wald oberhalb des linken Ufers des Flusses Moravice. Die Halde oberhalb der Mühle von Melč besteht aus dem Abfallmaterial, welches im Rahmen der Errichtung dieses Stollens angefallen war.

Seit diesem Zeitraum wurde die Arbeit im Bergwerk ununterbrochen fortgesetzt, das Bergwerk war sehr ertragreich. Die Förderung im Bergwerk, zu dieser Zeit bereits in einer Tiefe von 80 m, wurde im Jahr 1908 eingestellt.

 

TRAGISCHER VORFALL VOR NICHT ALLZU LANGER ZEIT

Nach dem Jahr 2000 fanden hier wiederholt Übungen der Angehörigen der Schutzsystemeinheiten und Bergwerksretter statt. Im Jahr 2003 stürzte ein Bergwerksretter - ein Übungsteilnehmer - durch einen unglücklichen Zufall in den Schacht. Er erlag seinen Verletzungen, welche er sich beim Sturz in eine Tiefe von achtzig Metern zugezogen hatte. Er ist das letzte bekannte Opfer der hiesigen Schieferbergwerke. Anschließend wurde die Schachtöffnung auf Kosten des Umweltministeriums, bei welchem es sich von Gesetzes wegen um den Verwalter aller alten Bergwerke auf dem Gebiet der Tschechischen Republik handelt, mit einer starken Betonplatte mit einer Gedenktafel überdeckt.

 

DIE DACHDECKEREI

"Bei der Dachdeckerei handelt es sich um ein Handwerk, durch welches ein Bildwerk geformt wird. Aus diesem Grund ist ein Dachdecker nicht nur ein einfacher Handwerker, sondern im wahrsten Sinn des Worts auch ein Meister der Sinne - ein Künstler.   In naher Zukunft ist es nichts Besonderes mehr, wenn sich unter den Dachdecker- und Asphaltlegermeistern Meister mit mittlerem Bildungsabschluss und sogar auch mit Hochschulabschluss befinden. Dieser fachlichen Handwerksausbildung gehört die Zukunft, sie nimmt innerhalb der neuen jungen Generation der Dachdecker und Asphaltleger einen führenden Platz ein. Je mehr es werden, umso besser für dieses bildende Handwerk."

J. M. Řihák 1948

 

DECKEN VON DÄCHERN UND GIEBELN

Eine Schieferabdeckung wird in der Regel in einer Verschalung angefertigt, nicht so häufig in einer Lattung. Die Verschalung wird aus 120 bis 150 mm breiten sowie 20 bis 26 mm starken Brettern errichtet. Breitere Bretter verformen sich im Rahmen des Trocknungsprozesses und sind aus diesem Grund nicht geeignet.  Natürlicher Schiefer wird in Form von nicht sortierten Schuppen und Formstücken geliefert - und dies löchrig oder nicht löchrig. Bevor mit dem Abdecken begonnen wird, müssen die nicht sortierten Schuppen entsprechend der Größe sortiert werden. Auf der Abdeckung wird der Sturz vorgezeichnet und anschließend wird die Abdeckung gelocht. Das Sortieren, Vorzeichnen und Lochen erfolgt unmittelbar an der Abdeckungsstelle. Das Sortieren erfolgt auf dem Sortierbrett. Von den nicht sortierten Schuppen werden Platten mit unterschiedlichen Höhen ausgewählt - unabhängig von der Breite - mit einer Staffelung von höchstens je ½ cm in der Höhe. Die ausgewählten Platten werden nebeneinander und mit der Vorderseite nach oben - als Muster zum weiteren Sortieren - auf das Sortierbrett gelegt.  Das Sortieren muss sorgfältig erfolgen, da hiervon die gesamte Ausführung sowie das finale Design der Abdeckung abhängig ist.

 

DACHDECKERWERKZEUG UND -GERÄTSCHAFTEN 

Ein MODELLIERHOLZ ist ein Brett mit zwei Nägeln. Der Abstand der Nagelspitzen wird um den Sturz der einen Abdeckung über der anderen reduziert.  Zum Beispiel beträgt bei einer Abdeckung von 29 x 29 cm der Sturz 7 cm und der Nagelabstand 22 cm.

Schneidemesser mit Bock sind Schieferscheren, welche auf einem Holzbock befestigt sind. Sie werden zum Schneiden von Schieferplatten verwendet. 

Ein SPITZAMBOSS ist ein kleiner Eisenamboss, welcher mit einer Spitze zum Befestigen auf Holz versehen ist. Er wird als Unterlagen beim Lochen und Beschneiden der Platten verwendet.

Ein MEISSEL ist ein breiter dünner Keil aus Feinstahl. Der Meißel wird zum Spalten oder Keilen der Schieferplatten verwendet. 

Ein DACHDECKERHAMMER ist ein Flachhammer, der aus Feinstahl hergestellt ist. Er wird zum Lochen sowie zum Formen der Abdeckung und zum Einschlagen der Nägel verwendet.   

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