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Jelenice

Die Gemeinde Jelenice dehnt sich auf einer Fläche von ca. 6,5 km nordöstlich von Vítkov in einer Höhe von 521 Meter über dem Meeresspiegel aus. An ihrer Stelle stand ursprünglich das Dorf Fojtovice (Vojtovice), das bis zum Jahre 1584 zum Herrengut von Hradec gehörte. Während des Dreißigjährigen Kriegs verödete das Dorf und ging völlig unter. An Stelle von Fojtovice errichtete die Obrigkeit einen Hof, Hirschdorf genannt, der nur von einigen Personen bewohnt wurde. Vor dem Jahr 1720 bemannte Graf Erdman Kryštof Pruskovský den Hof wieder. Im Jahre 1782 löste Fürst Karl Lichnowsky den Hof auf. Er wurde in einzelne Parzellen geteilt und an seiner Stelle wurde ein neues Dorf Jelenice gegründet. Die erste schriftliche Erwähnung von der Ortschaft Hirchsdorf (Hirschdorffio) stammt aus dem Matrikeleintrag vom 21. Februar 1783.

Jelenice war eine sehr kleine ehemals deutsche Gemeinde, nach dem Jahr 1918 gab es hier eine starke tschechische Minderheit. Im Jahre 1834 lebten hier 200 Bewohner, im Jahre 1889 standen hier 23 Häuser mit 178 Bewohnern. Nach der Volkszählung aus dem Jahre 1921 meldeten sich von 145 Bewohnern der Gemeinde 46 Personen zu der tschechischen Nationalität und 97 Personen zu der deutschen Nationalität. Bis zum Jahre 1930 stieg die Bewohnerzahl auf 166, von denen sich 81 zur tschechischen Nationalität und 85 zur deutschen Nationalität meldeten. Damals standen hier 41 Häuser. Es handelte sich um eine rein landwirtschaftliche in ihrer Gemarkung überwiegend bewaldete Unterberggemeinde. Vom Gesamtausmaß des Wirtschaftsbodens von 242 ha im Jahre 1900 nahmen die Wälder 150 ha, die Felder 85 ha, die Wiesen 5 ha, die Gärten 2 ha ein, und es wurden hier 12 Pferde, 116 Rindstücke und 85 Schweinstücke gezüchtet. Das Waldrevier bildete einen Bestandteil des Großherrengutes von Hradec.

Was die geistliche Verwaltung betrifft, gehörte diese durchaus katholische Gemeinde zur Pfarrei des Hl. Nikolaus in Březová. Zwischen den Jahren 1836 - 1899 entstand hier eine Volksschule, in den Jahren 1925-1938 eine tschechische Minderheitenschule und im Jahre 1936 wurde eine Bürgerschule eröffnet.

In der Gemeinde waren ein Feuerwehrverein, ein Deutscher Kulturverband und ein Landwirtschaftsverein tätig. In der Zwischenkriegszeit hatte hier von den politischen Parteien die größte Bedeutung BdL, DCV, im Jahre 1935 auch SdP. Jelenice wurde am 2. Mai 1945 befreit. Die ursprüngliche Bevölkerung wurde größtenteils vertrieben, und die Gemeinde wurde neu besiedelt. An der Wahl im Jahre 1946 nahmen insgesamt 30 Wähler teil. 13 Personen stimmten für ČSL (KDU), 13 Personen für KSČ (KP) und 4 Personen für ČNS (NSP). Im Jahre 1950 lebten hier 112 Bewohner und standen hier 33 Häuser. Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1970 gab es hier 24 Häuser mit 25 Wohnungen und 105 Bewohner. Zum 1. Januar 2000 lebten hier 99 Personen.

 

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