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Klokočov

Klokočov befindet sich etwa 3,5 km südlich von Vítkov in einer Höhe von 544 m über dem Meeresspiegel. Im Jahre 1377 wurde sie zum ersten Mal unter den Gütern des Herrenguts von Vikštejn erwähnt. Im Jahre 1413 wurde Hanušek Nassen von „Glogeczendorf“ als Lehensmann des Fürsten Přemek erwähnt. Zwischen den Jahren 1377 - 1671 blieb Klokočov in Besitz der Herren von Vikštejn. Im Jahre 1594 wurde ein nicht näher bestimmter Streit zwischen den Untertanen von Klokočov und ihrem Herrn, dem Edelmann Mikuláš Bravanský von Chobřany, gelöst. Im Jahre 1640 wird in Klokočov ein Freiherrengut erwähnt, das damals Kateřina Eisack von Rychnov, geborene Mistrovská von Nemyšle, gehörte. Zwischen den Jahren 1671 - 1705 gehörte Klokočov als selbstständiges Herrengut gemeinsam mit Klokočůvka zum Herrengut Melč, das Anna Magdalena von Odry in Besitz hatte. Seit dem Jahre 1695 waren die Pächter von Klokočov die Herren Wipplar von Ušice. Im Jahre 1705 fiel Klokočov wieder dem Herrengut von Vikštejn zu. Antonin von Odry aus Lideřov kaufte es als einen Bestandteil der Güter von Vikštejn im Jahre 1708 gemeinsam mit Klokočůvek als selbstständiges Herrengut František Matyáš Josef von Eiselsburg ab, und der verkaufte es im Jahre 1720 an Jan Václav Želecký von Počenice. Offensichtlich ließ er in Klokočov das einstöckige Barockschloss mit einem Rechteckgrundriss wahrscheinlich an der Stelle des Freiherrengutes erbauen. Im Jahre 1743 ging das Gut von Klokočov an František Karl Josef Wipplar von Ušice, den Herrn in Vítkov, über. Sein Sohn Karl Wipplar verkaufte im Jahre 1790 das Herrengut von Klokočov an Alžběta, der Freidame von Henneberk, geborenes Freifräulein Tvorkovská von Kravaře. Diese verkaufte es im Jahre 1803 an Karl und František Čejka von Badenfeld. Von František Čejka von Badenfeld erbte Klokočov dessen Sohn Arnošt Otto Čejka Ritter von Badenfeld. Im Jahre 1873 verkaufte er Klokočov jedoch Gottlieb Haase von Buchstein. Im Jahre 1894 wurde Klokočov dem Grafen Jan Platter von den Broel und im Jahre 1916 Karl Weishuhn intabuliert.

Klokočov war eine große deutsche Gemeinde, später mit einer starken tschechischen Minderheit. Im Jahre 1869 gab es hier 145 Häuser und 1 114 Bewohner. Im Jahre 1900 gab es hier insgesamt 170 Häuser und 1 197 Bewohner, von denen sich 9 Personen zur tschechischen Nationalität meldeten. Nach der Volkszählung aus dem Jahre 1930 meldeten sich von 1 170 Bewohnern der Gemeinde 963 Personen zur deutschen Nationalität und 203 Personen zur tschechischen Nationalität. Es handelte sich um eine landwirtschaftliche Unterberggemeinde mit einer großen Gemarkung, einem Großherrengut und der damit zusammenhängenden Industrie. Vom Gesamtausmaß des Wirtschaftsbodens von 1549 ha im Jahre 1900 nahmen die Felder 743 ha, die Wälder 579 ha, die Wiesen 140 ha, die Gärten 76 ha ein, und es wurden hier 65 Pferde, 729 Rindstücke und 251 Schweinstücke gezüchtet. Das Großherrengut hatte damals ein Ausmaß von 945 ha, 2 Höfe, eine Brennerei, 2 Schiefersteinbrüche, einen Steinbruch und eine Schneidemühle. Während der ersten Grundstückreform wurden 636 ha beschlagnahmt, davon wurden 53 ha in Parzellen eingeteilt, 566 ha wurden den Erwerbern der Restgüter abgekauft und 16 ha dem Besitzer zurückgegeben. Vom Schlosshof wurden 53 ha in Parzellen eingeteilt und von 66 ha wurde ein Restgut gebildet. Der sog. František-Hof wurde als Restgut komplett verkauft. Ein Teil der Grundstücke bei dem František-Hof wurde den tschechischen Kolonisten, die hier eine Kolonie gegründet hatten, aus dem benachbarten Spálov abgekauft. Zwischen den Jahren 1924 - 1925 gehörte das Herrengut dem Baumeister Vejhonka aus Petřvald, der jedoch die Bedingungen des Grundbuchamtes nicht erfüllte. Beide Restgüter wurden dann vom Revierrat des Bergbau-Revieramtes für den Kreis Ostrau gekauft, der hier eine Kinderheilstätte für Kinder von Bergleuten errichtete.

Klokočov gehörte zuerst zum Pfarrhaus von Vítkov, im Jahre 1640 wurde es an die Pfarrei Radkov angeschlossen. Im Jahre 1784 wurde in Klokočov eine Kurazie errichtet, die im Jahre 1858 zum selbstständigen Pfarrhaus erhöht wurde. Im Jahre 1807 wurde in der Gemeinde eine Steinkirche des Hl. Andreas erbaut. Im Jahre 1806 wurde ein Gebäude der einklassigen Volksschule errichtet. Zwischen den Jahren 1926-1938 gab es hier eine tschechische Minderheitsschule. Weiter gab es hier eine Vorschusskasse, einen Konsum, eine Post und eine Eisenbahnstation. Im Jahre 1922 wurde die Gemeinde elektrifiziert. In der Zwischenkriegszeit war hier die stärkste politische Partei die Deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei (DSD). Auch die Deutsche Christlich-soziale Volkspartei (DCV), der Bund der Landwirte (BdL) und im Jahre 1935 auch die Sudetendeutsche Partei (SdP) gewannen eine erhebliche Wählerzahl. Auch ein Feuerwehrverein und der Bund der Deutschen waren hier tätig.

Klokočov wurde an den Tagen von 4. bis 5. Mai 1945 durch die Rote Armee befreit, die in Richtung von Vítkov marschierte. Die ursprüngliche Bevölkerung wurde größtenteils vertrieben, und die Gemeinde wurde neu besiedelt. Bei der Wahl im Jahre 1946 stimmten insgesamt 134 Personen für die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei (KSČ), 79 Personen für die Tschechoslowakische Sozialdemokratische Partei (ČSD), 26 Personen für die Tschechoslowakische Nationalsozialistische Partei (ČNS) und 17 Personen für die Tschechoslowakische Volkspartei (ČSL). Das Schloss von Klokočov wurde nach dem Jahr 1948 für den Bedarf einer Heilanstalt für Langzeitkranke gründlich umgebaut, und es verlor ganz seinen ursprünglichen Charakter eines Barock-Schlosssitzes. Im Jahre 1950 lebten hier 585 Bewohner. Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1970 gab es hier 140 Häuser mit 165 Wohnungen und 951 Bewohnern. Zum 1. Januar 2000 lebten in Klokočov 534 Personen.

Seit dem Jahre 1850, als Klokočov eine selbstständige Gemeinde wurde, gehörte es (sowie auch die weiteren bestehenden Ortsteile von Vítkov) zum Gerichtskreis Vítkov, politisch gehörte es zuerst zum Kreis Troppau, seit dem Jahre 1855 zum Kreis Vítkov und seit dem Jahr 1868 wieder zum Kreis Troppau. Bis zum Jahre 1868 war Klokočůvek eine Ortschaft von Klokočov (tschechisch auch Kleines Klokočov, deutsch Klein-Glockersdorf bzw. Kleinglockersdorf). Im Jahre 1960 wurde Klokočůvek zu einem Bestandteil der Gemeinde Jakubčovice nad Odrou.


Klokočov - Františkův Dvůr

Zum Gebiet von Vítkov gehören schon fast 50 Jahre unabdenkbar die Pferde. Die Pferdezucht im Hengstdepot in Klokočov wird aus dem Jahre 1953 datiert. Die Rasse Schlesischer Norik, wie schon der Name sagt, ist ein Produkt der Zuchtarbeit im Gebiet von Schlesien, und die ersten Erwähnungen darüber stammen sogar vom Ende des vergangenen Jahrhunderts. Damals wurde es noch Schlesisches Furchenpferd genannt.

Die Rasse Schlesischer Norik entstand durch die Kombination der Rassen von warm- und kaltblütigen Pferden. Die ausgewählten warmblütigen Stuten wurden von den aus Österreich hergebrachten Norik Hengsten gedeckt.

Das Hengstdepot in Klokočov erzielte die züchterisch höchste Bewertung im Rahmen der Tschechischen Republik durch die Zucht von kaltblütigen Pferden im Jahre 1990, als ihm als dem einzigen unter ähnlichen Hengstdepots das Statut „Veredelungspferdezucht“ anerkannt wurde.

Die Pferde Schlesischer Norik aus der Zucht von Klokočov waren und sind ein Kern der ganzen Population der Rasse Schlesischer Norik in den Böhmischen Ländern. Die zielstrebige Arbeit brachte die Bewertungen auf den regionalen und gesamtstaatlichen Ausstellungen. Im Jahre 1991 wurde die Kollektion der Stuten Schlesischer Norik auf der Prestige-Weltausstellung EQUITANA 1991 im deutschen Essen präsentiert, wo die Stuten ein allgemeines Interesse weckten, und dann erfolgte die Einladung zu einer nicht weniger bedeutenden Ausstellung HIPPOLOGICA in Berlin im Herbst desselben Jahres.

Die Pferdezucht könnte jedoch nicht von den Ausstellungen existieren. Außer der Produktion der Zuchtstuten und –hengste wurden alljährlich 60 – 80 Zugpferde für die Waldarbeit verkauft. Hier bewährten sich diese Pferde sehr gut wegen ihres guten Charakters und ihrer Arbeitsbereitschaft.

Die gegenwärtige Rezession der Waldwirtschaft brachte auch einen verminderten Bedarf an Zugpferden mit. Die zahlenmäßigen Pferdestände in Klokočov nahmen ab, und es schien, dass die hundertjährige Zuchtarbeit ihre Bedeutung verliert, und die Zucht der Rasse Schlesischer Norik untergeht.

Ein bedeutender Faktor für die weitere Zucht in Klokočov war die Einordnung der Herde von Pferden Schlesischer Norik ins „Programm zur Rettung der Genreserven von Hausrassen der Wirtschaftstiere“. Die Rasse Schlesischer Norik und das Altkladruber Pferd sind die zwei einzigen Pferderassen, die in den Böhmischen Ländern entstanden sind und in der Tschechischen Republik gezüchtet werden.

Zu Zeit ist der Besitzer der Grundpferdeherde Vítkovská zemědělská, GmbH mit Sitz in Klokočov. Sie hat in ihrem Besitz zwei Zuchthengste und fünfunddreißig Stuten. Ein zahlenmäßiger Gesamtstand einschließlich der Fohlen beträgt fünfundsiebzig Pferde.

Die Nachfrage nach den kaltblütigen Pferden der Klokočover Herkunft wird wieder lebendig, und es ist gelungen, die Verkäufe ins Ausland – nach Slowenien und in die Schweiz zu realisieren.

 

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Kontakt:
Ranč U kulhavé sovy - Gabriela Halušková
Klokočov 22
Telefon Nr.: +420 556 301 362


Vítkovská zemědělská GmbH - Hengstdepot Klokočov

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Besichtigung des Hengstdepots mit einem Fachvortrag
Pferdegespann-Ausfahrten durch das Gelände
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Kontakt:
Vítkovská zemědělská GmbH
747 47 Klokočov
Telefon Nr.: +420 556 301 403 

 

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