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Stadtgeschichte

Die Stadt Vítkov wurde gemeinsam mit der Burg Vikštejn wahrscheinlich in der 2. Hälfte 13. Jahrhunderts von Vítek von Kravaře gegründet. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1301 auf der Urkunde in Budišov nad Budišovkou bezüglich der Gerichtszuständigkeit der Gemeinde Dolejší Kunčice, damit sich die Gemeinde von dem Stadtgericht in Vítkov "in der Sache der Rechtsstreitigkeiten belehren ließ". König Ludwig II. aus dem Haus der Jagiellonen erteilte Vítkov im Jahre 1523 das Jahrmarktsrecht. Die Stadt einschließlich der Burg Vikštejn und der umliegenden Gemeinden ging in die Hände verschiedener Besitzer über, unter denen sich vor allem die Herren Bírka von Násile, die Herren Planknar von Kynšperk und das Haus von Oderský von Lídeřov auszeichneten. Der damalige Besitzer des Herrengutes von Vítkov, F.K. Wipplar von Ulschitz, ließ zwischen den Jahren 1713-1714 ein Barockschlösschen in Horní Ves bei Vítkov (später ein Bestandteil des Krankenhausareals) erbauen. Im Jahre 1776 wurde die Burg Vikštejn verlassen, und sie wurde bald zur Ruine.

Burgruine

Im Jahre 1802 kaufte Emanuel Záviš von Osenice das Herrengut von Vítkov, und im Jahre 1875 kaufte es die Stadt Vítkov selbst. Damals gab es hier schon ein Stadtamt, und die Stadt bildete einen Bestandteil des Troppauer Kreises.

Die Bewohner von Vítkov arbeiteten meistens in der Landwirtschaft und betrieben das Handwerk- und Handelsgewerbe. Am meisten blühten die Tuchmacherei und die Leinweberei auf. Im Jahre 1835 gab es in Vítkov 38 Webermeister. Die ersten gegründeten Fabriken waren deshalb die Textilfabriken. Im Jahre 1858 wurde in Vítkov eine Handschuhfabrik, um zwei Jahre später die Fabrik der Firma Eisenberger aus Wien, dann die Bändchenfabrik der Wiener Firma Fasshold errichtet. Im Jahre 1863 errichtete die Wiener Firma Imlauer in Vítkov eine Seidenspinnerei. In den gemieteten Häusern wurden vierzig Webstühle untergebracht, auf denen Seidentücher und Damastgewebe hergestellt wurden. Im Jahre 1874 löste sie ein weiteres Unternehmen ab, das von E. Friedmann errichtet wurde. Der besaß eine Seidenwarenfabrik in Fulnek. Hier gab es 400 Beschäftigte. In einem Teil des Ortes, in Annino Údolí, am Fluss Moravice wurde im Jahre 1866 von dem ehemaligen Besitzer des Herrenguts von Vítkov Antonin, dem Freiherren Záviš, eine Papier- und Klebstofffabrik gegründet.

Die ersten überlieferten Nachrichten über das Schulwesen in der Stadt werden aus dem Ende des 16. Jahrhunderts datiert. Die Schule wurde von den Protestanten errichtet. Im Jahre 1630 wurde sie zur katholischen Schule. Das erste gemauerte Schulgebäude wurde im Jahre 1803 gebaut. Im Jahre 1876 wurde ein neues zweistöckiges Schulgebäude gebaut. Im Jahre 1927 wurde das Schulgebäude für tschechische Kinder (Kindergarten, Volksschule, Bürgerschule) eröffnet.

J. H. Pestalozzi

In der Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden an Vítkov weitere Gemeinden angeschlossen. Schon seit dem Jahre 1850 gehören zu Vítkov die Ortschaften Nýtek, Prostřední Dvůr, Veselka und Dolní Ves und seit dem Jahr 1920 noch Horní Ves. Im Jahre 1957 wurden zu Vítkov Podhradí, das seitdem Jahre 1952 Dolní Vikštejn genannt wurde, im Jahre 1975 Lhotka, Nové Těchanovice und Čermná und endlich im Jahre 1979 Jelenice und Větřkovice angeschlossen. Im Jahre 1992 wurden Čermná und Větřkovice wieder selbstständig. Die Mehrheit dieser Gemeinden gehörte in der Vergangenheit zum Herrengut von Vikštejn beziehungsweise von Vítkov. Klokočov war ein selbstständiges Gut, Jelenice bildete einen Bestandteil des Dominiums von Hradec.


In Klokočov wurde im 1. Drittel des 18. Jahrhunderts von Jan Václav Želecký von Počenice ein einstöckiges Barockschloss erbaut, das jedoch seinen ursprünglichen Charakter beim Umbau in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts verlor. Die Kirche des Hl. Andreas wurde im Jahre 1807 erbaut und ihre Ausstattung stammt aus dem 19. Jahrhundert. In Lhotka steht die Kapelle des Hl. Kreuzes von I. Günther aus dem Jahre 1777. Nové Těchanovice hat eine Passionssäule aus dem 19. Jahrhundert. In Podhradí befindet sich eine Wasseraufbereitungsanlage des Stausees Kružberk, die zwischen den Jahren 1954-1962 nach dem Projekt des Architekten Klimeš errichtet wurde. An der Front ist das Relief "Das Wasser" von V. Májovský angebracht.

Seit dem Jahre 1850 wurde Vítkov zum Sitz des Landkreisgerichts, der Gendarmerie und des Finanzamtes. Seit dem Jahre 1868 bildet der Gerichtskreis Vítkov einen Bestandteil des Troppauer Kreises. Am 15. Oktober 1891 wurde die Eisenbahnstrecke Suchdol - Budišov in Betrieb gesetzt, die durch Vítkov führt. Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Kanalisation aufgebaut und die Gehsteige wurden wiederhergestellt. An Weihnachten 1904 leuchtete zum ersten Mal die elektrische Stadtbeleuchtung auf.

Kristus

Die Dominante der Stadt ist die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, die im neogotischen Stil zwischen den Jahren 1914 – 1918 erbaut wurde. Die Friedhofskirche aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts wurde nach dem Brand im Jahre 1851, als auch ein erheblicher Teil der Stadt ausgebrannt war, wiederhergestellt. Im Interieur blieben von der älteren Ausstattung die spätgotische Statue der Schmerzreichen Jungfrau Maria, die Barockstatuen der Hl. Barbara und der Hl. Katharina und der Kreuzweg von I. Günther aus dem Jahre 1771 erhalten. Im Pfarrgarten steht die Statue des Hl. Florian aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Das Denkmal vor der Schule in der Opavská-Straße vom Bildhauer J. Obeth aus dem Jahre 1886 erinnert an den bedeutenden schweizerischen Pädagogen J. H. Pestalozzi.

In der Zeit zwischen den Kriegen wurden weitere bedeutende Gebäude - Turnhalle, Kino, Sparkasse - errichtet.

Vítkov wurde in der Schlussphase des 2. Weltkriegs am 4. Mai 1945 befreit und erlitt wesentliche Schäden. Zum Beispiel wurden die Süd- und Ostseite des Stadtplatzes zerstört. Die Bürger der deutschen Nationalität wurden vertrieben und neue Ansiedler besiedelten die Stadt.

 

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